Es geht wieder los: Das für die EM 2024 an der Hochschule Furtwangen (HFU) erfolgreich entwickelte Orakel geht auch für die Fußball WM 2026 wieder an den Start!
Bei dem nicht ganz ernst gemeinten „Bakterienorakel“ tummelt sich eine Kultur harmloser Kolibakterien in einer großen Petrischale. Unter dem durchsichtigen Schalenboden wird die Grafik eines Fußballfelds angebracht, mit Toren in beiden Landesfarben. Nach der Logik des Orakels fallen dort mehr Tore, wo sich im Torraum nach zwei bis drei Tagen Brutzeit mehr Kolonien entwickelt haben.

Die Idee hinter dem Bakterienorakel
Erfinder des Bakterienorakels ist Prof. Dr. Markus Egert, der an der HFU an der Fakultät Health, Medical & Life Sciences lehrt und als führender Hygieneprofessor in Deutschland ansonsten unter anderem Studien zur Keimbelastung von Haushaltsgegenständen durchführt. Inspiriert wurde Fußballfan Egert von tierischen Orakeln wie etwa dem legendären Kraken Paul, der bereits 2010 WM-Ergebnisse „vorhersagte“.
Mikrobiologie mit einem Augenzwinkern
„Man darf mit der eigenen Forschungsdisziplin auch mal ein bisschen Spaß haben“, sagt Egert. Für das Orakel komme es darauf an, nur wenige Keime sehr gleichmäßig auf dem Nährmedium zu verteilen. So kann das Wachstum genau beobachtet werden – in Form von Punkten (Kolonien), die dann in den beiden Spielhälften zu sehen sind. Die für der Orakel genutzte Kultivierung von Escherichia coli-Bakterien kommt ansonsten in der mikrobiologischen Qualitätskontrolle zum Einsatz. „Wir möchten mit dem Orakel auch Interesse am praktischen Arbeiten mit Mikroorganismen wecken“, so Egert.
Vorhersagen zur WM 2026
Vor den Spieltagen der deutschen Nationalelf während der WM werden die Vorhersagen des HFU-Bakterienorakels auf den social media Kanälen der Hochschule veröffentlicht.
Auch wenn das Bakterienorakel mit einem Augenzwinkern betrachtet werden sollte, zeigt es anschaulich grundlegende mikrobiologische Arbeitsweisen. Die Kultivierung von Mikroorganismen auf Nährmedien gehört zu den Standardverfahren in mikrobiologischen Laboren und wird unter anderem in der Qualitätskontrolle, der Wasserhygiene, der Lebensmittelüberwachung sowie in zahlreichen Bereichen des öffentlichen Gesundheitsdienstes eingesetzt.
Für Hygienekontrolleurinnen und Hygienekontrolleure sind mikrobiologische Untersuchungsergebnisse ein wichtiger Baustein bei der Beurteilung hygienischer Sachverhalte. Projekte wie das Bakterienorakel leisten einen Beitrag dazu, mikrobiologische Zusammenhänge verständlich und praxisnah darzustellen und das Interesse an Hygiene und Infektionsprävention zu fördern.
Bilder: Hochschule Furtwangen
Galerie