Berlin bereitet sich auf eine außergewöhnliche Hitzewelle vor. Am kommenden Wochenende werden Temperaturen von knapp 40 °C erwartet. Solche Extremtemperaturen stellen insbesondere für ältere Menschen, Säuglinge und Kleinkinder, chronisch Erkrankte sowie Menschen mit Behinderungen oder Obdachlose ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar. Der Deutsche Wetterdienst weist regelmäßig darauf hin, dass Hitzebelastungen zu Dehydrierung, Herz-Kreislauf-Problemen und lebensbedrohlichen Hitzeschäden führen können.
Kühle Räume als Maßnahme des gesundheitlichen Hitzeschutzes
Das Land Berlin hat deshalb sogenannte "Kühle Räume" ausgewiesen. Hierbei handelt es sich um öffentlich zugängliche Orte, die während heißer Tage Schutz vor extremer Wärme bieten und eine Möglichkeit zur Erholung schaffen. Dazu gehören unter anderem:
- Bibliotheken
- Rathäuser und öffentliche Einrichtungen
- Nachbarschaftstreffs
- Kirchen
- weitere klimatisch geeignete Aufenthaltsorte
Viele dieser Einrichtungen sind barrierefrei zugänglich. Die Übersicht enthält zudem Informationen zu den jeweiligen Öffnungszeiten und zur Barrierefreiheit. Medizinische Versorgung wird dort jedoch nicht angeboten.
Die Berliner Karte der "Kühlen Räume" ist hier abrufbar: https://gdi.berlin.de/view/kuehle_raeume
Bedeutung für Hygienekontrolleure
Für Hygienekontrolleure und Mitarbeitende des Öffentlichen Gesundheitsdienstes gewinnt der Hitzeschutz zunehmend an Bedeutung. Der Klimawandel führt dazu, dass Hitzewellen häufiger, länger und intensiver auftreten. Damit steigen auch die Anforderungen an Prävention und Gesundheitsvorsorge.
Zu den Aufgaben gehören unter anderem:
- Mitwirkung bei kommunalen Hitzeschutzkonzepten
- Beratung von Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens
- Sensibilisierung vulnerabler Personengruppen
- Unterstützung bei der Umsetzung von Maßnahmen zum gesundheitlichen Hitzeschutz
- Zusammenarbeit mit Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern, Kommunen und Katastrophenschutz
Gerade stationäre Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser und Gemeinschaftseinrichtungen sollten ihre Hitzeschutzpläne regelmäßig überprüfen und an aktuelle Wetterlagen anpassen.
Prävention rettet Leben
Bereits einfache Maßnahmen können helfen, gesundheitliche Schäden zu vermeiden:
- ausreichend trinken
- direkte Sonneneinstrahlung vermeiden
- körperliche Anstrengungen in die Morgen- oder Abendstunden verlegen
- Wohnräume verschatten und nachts lüften
- gefährdete Angehörige und Nachbarn regelmäßig aufsuchen
- öffentliche "Kühle Räume" zur Erholung nutzen
Die zunehmende Zahl extremer Hitzeereignisse zeigt, dass Hitzeschutz längst zu einer wichtigen Aufgabe des Bevölkerungsschutzes und der öffentlichen Gesundheit geworden ist. Hygienekontrolleure leisten dabei einen wichtigen Beitrag, indem sie Präventionsmaßnahmen begleiten und Einrichtungen fachlich unterstützen.
Weitere Informationen sowie die Karte der Berliner "Kühlen Räume" finden Sie im Geoportal Berlin.
Foto: KI-generiert